hg
Bild vergrößern
Ist das blasphemische Kunst? Deborah Sengls „Via Dolorosa“. Foto: arte

Anzeige

Kann man Gott beleidigen?

TV-Tipp: arte, Mi, 14.12., 22.05 Uhr

14. Dezember 2016

Blasphemie ist ein brisantes Thema in Zeiten, in denen Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder sogar zu einem Politikum werden kann, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft.

Bild vergrößern
Ist das blasphemische Kunst? Deborah Sengls „Via Dolorosa“. Foto: arte

Anzeige

Die Ereignisse seit der Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie bis hin zum Terroranschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris haben die Debatte um Blasphemie zugespitzt auf eine Frontstellung: hier die Meinungsfreiheit, dort der Respekt vor der Religion. Vor allem Künstler und Karikaturisten sehen sich seit jeher mit dem Vorwurf der Blasphemie konfrontiert, wenn sie mit ihren Werken eine Vertiefung religiöser Motive vorantreiben oder bewusst kirchliche Institutionen attackieren wollten.

Die Dokumentation geht dem Streit um Blasphemie in der Kunst nach und fragt Vertreter aller Glaubensrichtungen, wie sie das Thema Gotteslästerung bewerten. Dabei schaut sie zurück auf die Ursprünge der Religion und ordnet das Thema Blasphemie historisch ein. Sie stellt Werke von Künstlern, Filmemachern und Karikaturisten vor, die als blasphemisch bezeichnet wurden und die teils drastische Konsequenzen nach sich zogen.

Wie beim dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard, der seit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen unter Polizeischutz steht. Die österreichischen Künstler Hermann Nitsch und Deborah Sengl thematisieren mit ihrer Kunst gesellschaftliche Missstände und setzen hierfür christliche Symbole ein. Der Karikaturist Gerhard Haderer hat sich häufig mit dem Machtphänomen der katholischen Kirche beschäftigt, und die Filme Ulrich Seidls liefern immer wieder Stoff für hitzige Blasphemie-Diskussionen.

1

Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 14. Dezember 2016, 15:38 Uhr


Vorausgesetzt, dass man diese Frage natürlich stellen darf, ist sie angesichts des Fundamentalismus doch falsch gestellt: sie muss richtig lauten: "Welche Verantwortung hat der Künstler für seine Darstellungen, welche Folgen muss er abschätzen? Inwiefern können sich Provokationen nicht auf die Kunst-Freiheit beziehen"?

Künstler argumentieren im Regelfall so: "ich kann schreiben, was ich will. Ich kann zeichnen, was ich will". Das halte ich für gefährlich. Natürlich kommt jetzt als Gegenargument: Der Verlust der Freiheit ist gefährlich. Aber Kunst ist immer human, nie provokativ, oder?
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen