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Mit einer "Vier" ins Pfarramt?

Im Video

17. November 2016

Synode und Kirchenleitung diskutieren heftig über die Zukunft des Pfarrberufs. Drei Meinungen dazu im Video.

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Peter Böhlemann im Gespräch. Foto: Screenshot

Steven Edwards vom Vorstand des Gesamtkonvents der westfälischen Studierendenschaft.

Peter Böhlemann, Leiter des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Christian Grethlein, Professor für Praktisch Theologie und Religionspädagogik an der Uni Münster.

 

 

 

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Leser-Kommentare öffnen

crossover, 19. November 2016, 15:58 Uhr


zum Statement von Herrn Böhlemann:

Experimentieren und einfach mal ausprobieren hört sich nicht nach qualifiziertem und reflektiertem Leiten an.
Gerade im Blick auf eine nicht-theologisch qualifizierte Geschäftsführung gäbe es ziemlich viel zu bedenken.
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Alwite, 22. November 2016, 5:35 Uhr


Dieser Artikel lässt mich sofort an das Maturitätszeugnis von Albert Einstein denken.
Aus dem "mittelmäßigen Schüler" Albert Einstein wurde einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts....
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Atlantica, 23. November 2016, 9:24 Uhr


Liebe Alwite, dieses Zeugnis von Albert Einstein finde ich recht aufschlussreich! Aber ich ziehe diese Schlussfolgerung daraus: Algebra, Geometrie, Darstellende Geometrie und Physik die Bestnoten! Und daraus wurde ein erfolgreicher und wichtiger Physiker. Und die heutige Theologie? Ist sie denn weniger wichtig als die Naturwissenschaft, der Journalismus, die Medizin, die Rechtspflege und die Architektur. Nein, denn das ist der entscheidende Irrtum der Menschen heute, dass Humanismus zählen soll (unter dem etwas ganz anderes verstanden wird als früher; Atheismus gehört zum guten Ton) und die Bedeutung der Theologie wird nicht erkannt. Schreckt das hochbegabte Studenten vom Pfarramt ab? Es müsste umgekehrt sein. So wichtig ist die Theologie! Man soll die Menschen motivieren...
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Alwite, 23. November 2016, 10:44 Uhr


Lieber Atlantica, meine Reaktion galt spontan nur der "Vier":-)
Was Du ausführst, hat meinen Beifall.

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Atlantica, 23. November 2016, 16:09 Uhr


Jetzt fiel mir noch ein, dass Einstein meines Wissens sogar einmal sitzengeblieben ist.

Zu den Theologen noch. Es hat noch niemand öffentlich ausgesprochen, aber die Wahrnehmung von Theologie scheint nicht die einer "intellektuellen Elite" zu sein. Dabei gibt es sehr intelligente Theologen wie Bischof Wolfgang Huber und viele andere. Warum das Studienfach nicht mehr gewählt wird? Vielleicht möchte niemand einen so schwierigen Weg gehen: als erstes müsste ja einmal Authentizität in der heutigen schnellen Zeit hergestellt werden, die 68er treten auch so langsam ab von der Bühne.
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Paperback, 26. November 2016, 9:01 Uhr


Exzellente Reden halten, sich auf der großen Bühne präsentieren, das können viele. Nicht nur bei Kirchens.
Menschen zuhören, sich kümmern und sorgen, das ist mühsam. Und damit gerät auch keine Geistliche, kein Geistlicher in die Schlagzeilen.
Aber die Menschen in den Gemeinden wissen sehr genau, wer für sie da ist. Und sie fragen dann als Letztes nach der Examensnote.
Mir sind großartige Prediger begegnet, die ganze Kirchen füllten, durch die Lande zogen, was aber nicht hieß, dass sie an der Seite der Menschen standen, hatten sie doch dafür keine Zeit.
Examensnoten sind ein Marker, nicht mehr. Letztlich aber zählt der Mensch.

Paperback

Atlantica, 26. November 2016, 13:17 Uhr


Paperback, deine Ansicht kann ich nicht verstehen: was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt? Was hilft es einem seelenloser Rattenfänger, wenn er Menschen verführt?

Es kann nicht sein, dass jemand ein "guter Redner-Prediger" ist, der nicht das Wohl der Menschen im Blick hat - dann ist er es nämlich nicht, nur dann kann er es sein!

Es mag wohl angehen, dass jemand kein seelsorgerliches Händchen hat, das kann man ihm dann aber nicht vorwerfen.

Deiner Ansicht nach gibt es scheinbar Menschen, die in vollkommen selbstloser Weise die Nöte und Menschen beachten und für sie da sind - ohne Ansehen der Person, sei es der eigenen oder der des Klienten. War vielleicht Paulus ein solcher Mensch? Solche Menschen sind jedenfalls nicht sehr häufig! Aber so soll der Maßstab für das Pfarramt sein? Das ist allerdings ein sehr hoher Standard! Ist die Note 4 eine hinreichende Bedingung für die Erfüllung dieses Anspruchs? Eben!
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Paperback, 27. November 2016, 11:57 Uhr


Atlantica,

ob jemand ein guter Pfarrer ist oder nicht, entscheidet sich für mich nicht an seiner Examensnote, sondern misst sich daran, wie er sein Amt führt.
Ist er in der Lage, auf Menschen zuzugehen, sich ihren Nöten zu widmen?Dazu gehört für mich nicht Selbstaufgabe, aber ein offenes Ohr für Menschen. Gibt sich eine Pfarrerin, ein Pfarrer einfach damit zufrieden, wenn Menschen nicht mehr kommen oder geht er ihnen nach?
Bei uns starb vor einiger Zeit eine alte Dame, die als letzten Willen hinterlassen hatte, nicht vom zuständigen Ortspfarrer beerdigt zu werden. Ihre Begründung: Während ihrer langen Krankheitszeit habe der sie nicht besucht.
Ich selbst erlebte über Jahre, dass Pfarrer auf vielen Hochzeiten tanzten, sich ins Licht rückten, wenn man sie dann aber mal brauchte, tauchten sie ab.
Die Brüder und Schwestern kassieren - auch das sei mal nebenbei bemerkt- vergleichsweise A14. (Je nach Einstufung und Alter sind das satte 3200- 4800 €).
Da darf Otto-Normal-Christ erwarten, dass die Herrschaften auch mal den Popo hochkriegen, wenn sie denn gebraucht werden.
Stattdessen pflegt manche, mancher seine/ihre eigenen Räppelchen, füllt regelmäßig die Zeitungen mit Berichten, ist immer im rechten Augenblick im Bild, bei den Menschen aber nicht.
Ja, ich habe solche Anforderungen an eine Pfarrerin, einen Pfarrer, denn das ist ihres Amtes.

Gruß

Paperback

Atlantica, 27. November 2016, 18:41 Uhr


Jeder kriegt, was er verdient. Ist es nicht so? ;-)

Jedenfalls glaube ich nicht, dass man erwarten kann, ein besser Verdienender werde einem mehr helfen. Aber vielleicht sehe ich das zu philosophisch.
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Paperback, 27. November 2016, 19:21 Uhr


Ein Amtsträger, eine Amtsträgerin, Atlantica, gehört vor Ort, in die Gemeinde. Sie sind zum Dienst an den Menschen berufen, die zu ihrer Gemeinde gehören und an denjenigen, die sich an sie wenden.
Dazu sind sie berufen, unabhängig von ihren Examensnoten.
Kommen sie ihrer primären Aufgabe nach, ist mir als Gemeindemitglied ihre Examensnote wurscht.
Sie können Einser-Absolventen sein, lassen sie aber Gemeinde Gemeinde sein und Menschen Menschen, sind sie fehl am Platze.
Das ist einfach.

Paperback
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Atlantica, 28. November 2016, 9:44 Uhr


Ich habe mich auch schon einmal über einen Pastor geärgert, Paperback. Allerdings war es nicht so extrem wie bei dir und ich habe auch kein Interesse an der alten 68er-Ideologie. Der Pastor hatte sich per email in einer persönlichen Sache an mich gewendet; das fand ich irgendwie frech, überheblich, unpersönlich. Ansonsten habe ich aber keine schlechte Meinung von dem Kerl. Was das Einkommen der Pastorenschaft angeht: also weißt, du, wo leben wir?
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