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Direkter Kontakt zu den Menschen – diese Erwartung an Pfarrerinnen und Pfarrer wird schwieriger zu erfüllen, wenn immer mehr andere Aufgaben dazukommen. Foto: epd-bild

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Pfarrbild – alt und neu

Pfarramt I

11. November 2016

Seit einem Jahr läuft in der westfälischen Landeskirche der Diskussionsprozess für eine neue Standortbestimmung des Pfarrberufs. Auf der Landessynode gibt es einen Zwischenbericht

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Direkter Kontakt zu den Menschen – diese Erwartung an Pfarrerinnen und Pfarrer wird schwieriger zu erfüllen, wenn immer mehr andere Aufgaben dazukommen. Foto: epd-bild

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BIELEFELD/WESTFALEN – Die Evangelische Kirche von Westfalen ist auf der Suche nach einer neuen Definition des Pfarramtes. „Wir brauchen dies eine Amt, das zeigt: Das Viele, was in der Kirche getan wird, dreht sich um einen Kern“, hatte Präses Annette Kurschus zum Auftakt des breit angelegten Diskussionsprozesses auf der Landessynode im Herbst 2015 gesagt. In dem Prozess sollen Rolle und Aufgaben von Pfarrerinnen und Pfarrern neu bestimmt werden. Ein erstes Meinungsbild wurde bereits auf der Tagung der Landessynode erhoben, wo in der Diskussion der Synodalen eine große Vielfalt an Vorstellungen und Erwartungen an das Pfarramt zu Tage trat.

Ein nächster Schritt war ein „Expertenhearing“ Ende Januar dieses Jahres, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer repräsentativ für alle Bereiche des Pfarramts, des Ehrenamts und der anderen kirchlichen Berufe ausgewählt worden waren. Die Kirchenleitung beschloss anschließend, den Prozess auf drei Ebenen weiterzuführen. Das Ziel: „Vergewisserung über den Auftrag des Pfarramts und Stärkung der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Wahrnehmung ihres Dienstes“.

Zu den drei Ebenen gehören zum einen Großgruppenveranstaltungen. Dabei kommen alle Pfarrerinnen und Pfarrer eines Gestaltungsraumes zusammen, um mit der Präses und Mitgliedern von Landeskirchenamt und Kirchenleitung die Situation im Pfarramt möglichst genau zu erfassen und sich über die unverzichtbaren Aufgaben zu verständigen. Erklärtes Ziel der Veranstaltungen ist es außerdem, die Pfarrerinnen und Pfarrer dabei zu unterstützen, eine positive Haltung zu den Herausforderungen ihres Amtes zu entwickeln. Die erste Veranstaltung hat im Oktober stattgefunden (siehe Bericht unten); der Prozess soll sich bis September 2017 erstrecken.
Auf einer zweiten Ebene soll ein Dialog zwischen Wissenschaft und Kirche den Prozess begleiten. Rund 20 Professorinnen und Professoren von Universitäten und Hochschulen sowie Fachleute aus dem Personalwesen anderer Landeskirchen gehören diesem Expertengremium an. Sie sollen Thesen für die Weiterarbeit in der Kirchenleitung erarbeiten.

Schließlich beschäftigen sich drittens mehrere Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themen, die sich aus der Diskussion der Landessynode 2015 und der Expertenanhörung ergeben haben. Dazu gehören unter anderem eine theologische Grundbestimmung des Pfarramtes, Kurzprofile der anderen kirchlichen Ämter und Dienste, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Supervision und Coaching im Pfarramt und das Verhältnis von Gemeinde- und Sonderpfarrämtern. In einer weiteren Gruppe geht es um konkrete Unterstützungsmaßnahmen, wie Anleitungen zur Erstellung von Dienstanweisungen oder einer klaren Beschreibung des Arbeitsvolumens für Pfarrerinnen und Pfarrer, etwa mit dem „Terminstundenmodell“. Auch zuverlässige Vertretungsregelungen werden in dieser Gruppe diskutiert.

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