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Fast auf Augenhöhe: Pfarrer Volker Rotthauwe (links) und Pfarrer Friedrich Laker mit Hund. Foto: Luise Lantzsch

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Da kommt Kirche nicht nur auf den Hund

Tierkirchentag

Aus der Printausgabe - UK 38 / 2016

15. September 2016

Zum dritten Mal heißt es in der Lydia-Kirchengemeinde in Dortmund vom 8. bis 9. Oktober „Mensch – Tier – Schöpfung“. Die Veranstalter blicken im Gespräch schon mal voraus

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Fast auf Augenhöhe: Pfarrer Volker Rotthauwe (links) und Pfarrer Friedrich Laker mit Hund. Foto: Luise Lantzsch

Vom 8. bis 9. Oktober veranstaltet die Dortmunder Lydia-Kirchengemeinde unter dem Titel „Mensch – Tier – Schöpfung“ den dritten Tierkirchentag. Unterstützt wird das ganz besondere Projekt vom Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der Evangelischen Kirche von Westfalen als Mitveranstalter. Christa Martens (IKG) sprach dazu mit Organisator Pfarrer Friedrich Laker und Volker Rotthauwe, dem landeskirchlichen Pfarrer für nachhaltige Entwicklung beim landeskirchlichen Institut.

Herr Laker, Sie organisieren mit Ihrer Frau vom 8. bis 9. Oktober den dritten Kirchentag „Mensch –Tier– Schöpfung“ in Dortmund. Was ist Ihre Motivation? Ist so ein Kirchentag notwendig? Es gibt doch den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin im nächsten Jahr.
Friedrich Laker: Tierschutz-Themen fanden in der Vergangenheit sowohl auf den Kirchentagen wie in der Kirche im Allgemeinen wenig Beachtung. In den letzten Jahren gibt es endlich eine erfreuliche Entwicklung. Ein positives Zeichen in Westfalen ist, dass erstmalig auch die Landeskirche mit dem Institut für Kirche und Gesellschaft als Mitveranstalter des Kirchentages „Mensch – Tier – Schöpfung“ in Dortmund dabei ist.
Dass es in der Gesellschaft immer mehr Vegetarier und Veganer gibt, kommt in der Kirche mittlerweile an. Es muss allerdings noch mehr geschehen. Unser Kirchentag will zu einer Veränderung im Verhalten der Menschen und eben auch der Christen zum Tier und seiner Mitwelt beitragen. Es soll beispielsweise ein Aufruf an alle Kirchenleitungen und Gemeinden gehen, sich gegen die industrielle Massentierhaltung zu engagieren.

Wie sieht denn so ein Kirchentag „Mensch und Tier“ aus und wer organisiert ihn?
Friedrich Laker: Wie bei jedem großen Kirchentag gibt es auch hier Gottesdienst, Vorträge, Markt der Möglichkeiten, Ausstellungen, Film, Konzert sowie eine Versorgung für das leibliche Wohl. Die Gemeinde vor Ort, die evangelische Lydia-Kirchengemeinde in Dortmund, organisiert den Kirchentag im Netzwerk mit der bundesweiten „Aktion Kirche und Tiere“ sowie lokalen Akteuren, unter anderem mit der Dortmunder Gruppe der Albert-Schweitzer-Stiftung und dem Dortmunder Zoo.

Herr Rotthauwe, Sie sind als landeskirchlicher Pfarrer für nachhaltige Entwicklung Mitveranstalter. Warum?
Volker Rotthauwe: Das Thema „Tierschutz und Tierwohl“ wurde lange in der Landeskirche nur sehr am Rande beachtet. Gott sei Dank kommen die Tiere als „gesegnete Geschöpfe Gottes“ immer mehr in den Blick, auch der kirchlichen Öffentlichkeit. Es waren ja evangelische Pfarrer, die im 19. Jahrhundert den Tierschutz in Deutschland in die Diskussion brachten.
Wir wissen heute dank der Verhaltensbiologie, wie ähnlich sich Mensch und Tier sind. Darum braucht es auch ein neues theologisches Nachdenken, eine Theologie „mit dem Gesicht zum Tier“, wie es der katholische Theologe Rainer Hagencord genannt hat.
Ich bin dankbar, dass mich das Ehepaar Laker in die Vorbereitung eingebunden hat.

Wo gibt es weitere Informationen, und wie kann man sich anmelden?
Friedrich Laker: Alle Informationen zum Kirchentag einschließlich Programm und Kartenvorverkauf gibt es auf der Webseite der Pauluskirche in Dortmund, www.pauluskircheundkultur.net. Für den Kirchentag gibt es ein Gesamtticket, das günstig im Internet wie an fast allen bekannten Vorverkaufsstellen in ganz Deutschland zu bekommen ist.

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