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Fünf Minuten Glück

Angemerkt

Von Karin Ilgenfritz | 6. August 2016

Im Angesicht von Leid und Gewalt: Darf man überhaupt noch glücklich sein?

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Zufällig fällt mein Blick auf ein paar Zeilen in einer Werbe-E-Mail. Da wird mir eine Übung vorgeschlagen: „Was macht Sie glücklich? Stellen Sie einen Wecker auf fünf Minuten ein. Nehmen Sie einen Zettel und Stift zur Hand und zwingen sich, fünf Minuten lang ununterbrochen zu schreiben, was Sie glücklich macht.“
Die Übung reizt mich. Gleichzeitig beschäftigen mich die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen. Will ich jetzt so eine Übung machen? Kann ich das?
Ja, beschließe ich. Das geht. Dann versuche ich es.
Erst fällt es mir schwer, doch dann fliegt der Stift über das Papier. Wie schnell doch fünf Minuten um sind. Ich staune selbst darüber, was mich alles glücklich macht: ein gutes Buch, singen, neue Erkenntnisse, Gottes Gegenwart zu erfahren, Schokolade. Manches ist recht banal. Auffällig ist, dass in meiner Aufzählung oft andere Menschen vorkommen. Es ist toll, interessante Menschen kennenzulernen. Zeit mit denen zu verbringen, die ich liebe. Vertrautheit macht mich glücklich und das Wissen, dass es meinen Lieben gut geht.

An dieser Stelle wandern meine Gedanken wieder zu denen, die leiden, die trauern, denen es aus verschiedensten Gründen schlecht geht. Mir wird deutlich bewusst, wie gut es mir geht – trotz allem, was mir in meinem Leben schwer ist. Und obwohl ich natürlich weiß, dass auch in meinem Leben das Schreckliche jederzeit einbrechen könnte.
Gleichzeitig zeigt mir diese schlichte Übung, wie viele Aspekte das Glück hat. Und nicht zuletzt, dass ich selbst einen Teil dazu beitragen kann, mich und die Menschen um mich herum vielleicht ein bisschen glücklicher zu machen.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 8. August 2016, 15:58 Uhr


Ein Leben ohne Glück ist unvorstellbar. Gerade auch bei großem Leid muss irgendwann die Sonne des Glücks aufgehen. Freilich: Glück kann man nicht machen, dafür ist es Glück! Und doch: in der modernen Gesellschaft wird der Eindruck vermittelt, man könne das Glück planen. Und ich ertappe mich selbst bei diesem Gedanken. Ich spare Glücksmomente...Man sollte es nicht wie der reicher Bauer im Gleichnis machen, ein bisschen Kind kann man sich bewahren.
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Alwite, 8. August 2016, 16:54 Uhr


Glück ist erlernbar!
Als ich von dieser Übung las, dachte ich sofort an meine fast blinde Freundin, die täglich fürchten muss, ihr Augenlicht ganz zu verlieren. Nach jedem Beisammnesein sieht sie mich freundlich an, nimmt ihre Finger zur Hilfe und rekapituliert alle positiven Dinge, die uns in den gemeinsamen Stunden widerfuhren. Diese Abschiede bewirkten, dass ich künftigen Treffen mit ihr, jedes mal mit Freude entgegensehe.
Während eine andere Bekannte mit der selben Behinderung, als sie erfuhr an Altersmakular erkrankt zu sein, in eine Depression kam, von der sie sich nicht erholte und heute in einem Seniorenheim weilt. Meine Besuche bei ihr sind, weil sie dasitzt und um alles klagt, glück- und freudlos.

Wir sind alle nur fähig so zu handeln, wie uns die Nartur meint. Doch können wir lernen auf das Gute in uns zu vertrauen.

Ausschliesslich die negativen Dinge der Welt zu beklagen, hat Jesus uns nie vorgelebt. Weder verurteilte er andere, noch beklagte er eigene Nöte. Wusste um Hoffnung und Lösung, nahm um der Wahrheit willen ein grausames Ende auf sich - und wir?

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Atlantica, 8. August 2016, 17:57 Uhr


Aus deinem Beitrag lese ich heraus, Alwite:

Glueck ist eine Sache der Haltung.
Glueck braucht das Gegenueber, das Miteinander.
Glueck ist wesentlich nicht materiell.
Glueck kann dauerhaft sein.
Glueck hat einen Bezug zum Guten, zum Gutsein, zu Gott.

Glueck hat aber auch eine materielle und zufaellige Seite. Kann deine Bekannte etwas fuer ihre Depressionen?

Glueck ist ein grosses Geschenk, man soll es wahrnehmen, man darf es behalten!
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Alwite, 9. August 2016, 8:37 Uhr


Atlantica, bezeichnend finde ich, dass Du dem allgemeinen Medienprinzip unterliegst, die Depression meiner Bekannten in den Vordergrund zu rücken. Mit keiner Silbe habe ich behauptet dass sie für ihre Depression kann - doch Du machst mit der Frage noch einmal extra darauf aufmerksam. Die Freundin, die sich in der selben misslichen Situation um die fünf Minuten Glück bemüht, spielt bei Dir keine Rolle.
So sieht die gesamte Medienlandschaft, um uns aus - der Karin Ilgenfritz die fünf Minuten Glück durch positives Denken, so ernsthaft entgegen zu halten versucht.
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Atlantica, 9. August 2016, 15:28 Uhr


Alwite, das habe ich nicht beabsichtigt!
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Atlantica, 9. August 2016, 19:29 Uhr


Man kann das Glück sicher durch das eigene Verhalten beeinflussen, indem man es begünstigt oder erschwert. Die Einnahme von Drogen ist beispielsweise kein geeigneter Weg zum Glück. Und man kann das Glück nicht zwingen. Für ganz falsch halte ich die Fragestellung, ob Glück "erlaubt" sei. Ja, natürlich. Es soll möglichst viel, nicht wenig, Glück geben. Die Amerikaner haben den "pursuit of happiness" in der Verfassung festgeschrieben, nach diesem Grundsatz gibt es ein Recht auf Glück. Richtig an dieser Idee ist der optimistische Grundgedanke.
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Alwite, 10. August 2016, 7:26 Uhr


Ja, Atlantica, sehr schade - obwohl unsere Demokratie eine Abkupferung des amerikanischen Grundgesetzes ist, wurde DIESER Gedanke Jeffersons nicht übernommen. Wurde leider in Deutschland auch nach der Wiedervereinigung durch die seit 1990 tätigen Vertreter des deutschen Volks die einmalige Chance verpasst, diesen wohl gröbsten Patzer der „Väter des deutschen Grundgesetzes“ zu beheben, und ein „Recht auf das Streben nach dem Glück“ in das Grundgesetz auch aufzunehmen als individuelles, unveräußerliches, unabänderliches und höchstrangiges Menschenrecht.
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