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Keine Ablösung

Israelsonntag

Aus der Printausgabe - UK 31 / 2016

Von Anke von Legat | 29. Juli 2016

Kommentar zum Israelsonntag

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Viele Jahrhunderte lang hat das Christentum dem Judentum gegenüber eine Theologie der Enterbung betrieben: Der jüdische Glaube, so wurde es vielfältig propagiert, sei überholt; die Religion der Gesetzlichkeit von der Religion der Gnade abgelöst worden. Geflissentlich übersehen wurde dabei, dass die Bibel eine völlig andere Sprache spricht.

Die ständige Wiederholung dieser Thesen, im Großen wie im Kleinen, führte zu Verachtung und Hass, die sich immer wieder in Gewaltexzessen Bahn brachen.
Erst nach dem Grauen des Holocaust rangen sich die Kirchen mühsam zu einer anderen Haltung durch. Aber alte Denkmuster sind zäh: Bis heute sitzt das alte Verständnis vom Christentum als dem „besseren“ Judentum noch in vielen Köpfen. Ein Gedenktag wie der Israelsonntag ist daher nach wie vor notwendig. Nicht nur, um das Gedenken an den Holocaust wach zu halten, sondern vor allem, um die Kirchen selbst daran zu erinnern: Ihr seid Geschwister und Miterben der Verheißung – und keineswegs die Ablösung.

Siehe auch die Andacht zum Israelsonntag.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 29. Juli 2016, 11:45 Uhr


Aber wenn über die Gegenwart in Israel gesprochen wird: Bitte nicht das Leid vergessen, das durch die Besatzung des Westjordanlandes, die Mauer und die Einstufung der Palästinenser als Menschen 2. Klasse hervorgerufen wird! Auch das ist Israel.
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Paperback, 29. Juli 2016, 14:21 Uhr


Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Wo bin ich hier gelandet? In einem anderen Beitrag wird Jesus kleingeschrieben, werden Brücken zum Islam geschlagen, wo es keine Brücken mehr gibt.
Wenn Israel nicht in der Läge wäre, sich zu verteidigen, sie nicht über eine so schlagkräftige Armee verfügten, das Volk der Juden wäre schon längst vom Erdboden verschwunden.
Heißt Christ sein heutzutage, sich freiwillig allen Angriffen zu ergeben, allem zuzustimmen, während wir gleichzeitig radikalen Islamisten erlauben, Tod und Terror über die Welt zu streuen?
Ich fasse es nicht.

Paperback

Schallblech, 29. Juli 2016, 15:08 Uhr


Auf Grund der israelischen Politik gibt es kaum noch Christen im Land Jesu, lieber Paperback!

Tod und Terror in Israel sind hausgemacht. Wenn Bauern nicht mehr zu ihren Feldern dürfen, wenn Olivenbäume regelmäßig nachts von der Siedlerjugend zerstört werden, wenn jede Palme am Wegesrand mehr Wasser zugeteilt bekommt als dein Kind, wenn eine Fahrt von 15 km viele Stunden dauert, weil man an vielen Checkpoints aufgehalten wird oder garnicht ankommt, weil sie willkürlich geschlossen werden, wenn Soldaten nachts in Häuser eindringen und den Vater abholen und tagsüber auf Kinder schießen, die aus lauter Frust Steine auf die Panzer werfen... die Liste kann beliebig verlängert werden. Es ist nicht richtig, auszurasten und Israelis mit Messern zu attackieren, aber doch nachvollziehbar.
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Atlantica, 31. Juli 2016, 18:44 Uhr


Mir unverstaendlich ist, wie den Palaestinensern seit 1947/48 so viel Land weggenommen werden konnte. Das ist ungerecht.
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