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Andrés Orozco-Estrada wird Beethovens Neunte dirigieren. Foto: 3sat

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Beethoven: Sinfonie Nr. 9 in d-Moll, op.125

TV-Tipp – 3sat, Sa, 23.7., 22.35 Uhr

22. Juli 2016

„Viva la libertà!“ – so klingt es durch die Nacht. Und das ist 2016 das Motto des Kulturfestivals „styriarte“ in Graz. Der Ruf „Viva la libertà“ führt an einen Wendepunkt der Geschichte.

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Andrés Orozco-Estrada wird Beethovens Neunte dirigieren. Foto: 3sat

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Ludwig van Beethoven war 18 Jahre alt, als 1789 in Frankreich der Ruf nach Freiheit unüberhörbar wurde. Zum ersten Mal brach der Wunsch nach persönlicher Freiheit aus, die Zeit der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der Französischen Revolution.

Und Beethoven schrieb ihn sich auf seine Fahnen. Sinfonie auf Sinfonie erstürmte er die Barrikaden einer ständisch zementierten Gesellschaft und öffnete den Zeitgenossen das Herz für eine neue Humanität.

Bei der styriarte 2016 kommen diese neun Sinfonien zur Aufführung – im Originalklang des Concentus Musicus, wenn auch nicht, wie ursprünglich geplant, unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt. Nach dem überraschenden Rückzug des Dirigenten im Dezember 2015 und dessen Tod im März 2016 übernehmen drei Maestri der übernächsten Generation diese große Aufgabe: Karina Canellakis aus den USA, Jérémie Rhorer aus Frankreich und Andrés Orozco-Estrada aus Kolumbien. Eine Entdeckungsreise zu den unverfälschten Klangfarben Beethovens und zum erschütternden Furor seiner Musik wird das allemal. Dass Beethovens Musik damals wie heute bis an die Grenzen der Spielbarkeit reicht und gerade dadurch Grenzen aufbricht, um den utopischen Raum der Freiheit zu öffnen, das wird mit diesem monumentalen Zyklus hörbar.

Beethovens Neunten wird zeitversetzt aus dem Grazer Stefaniensaal übertragen, Solisten sind Genia Kühmeier (Sopran), Elisabeth Kulmann (Mezzosopran), Steve Davislim (Tenor) und Florian Boesch (Bass). Es singt der Arnold Schoenberg Chor und Andrés Orozco-Estrada dirigiert den Concentus Musicus Wien.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 15. Juli 2016, 20:25 Uhr


Ludwig van Beethoven war unzweifelhaft ein sehr genialer Komponist. Formvollendet schon seine Eroica. Die Neunte wird als Kroenung seines Schaffens immer und immer wieder gebracht. Sie wirft meiner Meinung nach auch Fragen auf:

Ist sie mit dem Einsetzen des Chores im Finalsatz oversized (allerdings dauert J. S. Bachs Matthaeus-Passion bis zu drei Stunden)?

Der letzte Satz ist ungeheuer zerrissen. Nach Spannungs-Aufbau und - Abfall und neuerlichem Anlaufen findet Ludwig kein Ende. "Ihr stuerzt nieder, Millionen". Es ist ein Versuch, den Genius Fr. Schillers in die klass. Symphonik einzubinden. Ein geradezu undurchfuehrbares Vorhaben. Formen-sprengend. Gustav Mahler ist diesen Weg weitergegangen. Mir zu doll.
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Christkind, 15. Juli 2016, 22:30 Uhr


Beethovens Neunte ist sicher eine der größten musikalischen Errungenschaften. Theologisch wegen des Bezugs zum Text Blödsinn. Aber Beethoven war Musiker und kein Theologe.
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Atlantica, 16. Juli 2016, 21:57 Uhr


Christkind, sei gegrüßt!

Kannst du einen Grund angeben, warum du die 9. Symphonie für "eine der größten musikalischen Errungenschaften" hältst???

Was hat diese Symphonie mit Theologie zu tun???


Was sagt uns dein dritter Satz???

LG
Atlantica
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