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Frauenwerk feiert zehn Jahre "Bibel in gerechter Sprache"

epd | 11. Juli 2016

Das zehnte Jubiläum der "Bibel in gerechter Sprache" ist am Samstag mit einem Festakt im Lübecker Dom gefeiert worden. Die Dortmunder evangelische Theologin Kerstin Schiffner nannte die Bibelübersetzung in ihrem Festvortrag "ein reformatorisches Projekt".

Lübeck/Dortmund – Fünf Jahre lang hatten 42 Theologinnen und zehn Theologen die Bibel auf 2.400 Seiten neu übersetzt. Im Oktober 2006 wurde das Werk auf der Frankfurter Buchmesse erstmals vorgestellt. Gleich nach der Veröffentlichung stieß die "Bibel in gerechter Sprache" auf ein gewaltiges Echo. Das lag vor allem an ihren Kritikern, die neben einzelnen Formulierungen das gesamte Projekt unter Feminismus-Verdacht stellten.

Zu den Förderern der Übersetzung gehörte die damalige Lübecker Alt-Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, zu den schärfsten Kritikern ihr Amtsvorgänger Alt-Bischof Ulrich Wilckens. Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) distanzierte sich im März 2007 von der "Bibel in gerechter Sprache": Maßgeblich für Gottesdienste bleibe die Luther-Übersetzung.

"Es gibt keine Übersetzung, die ein für alle Mal richtig ist", sagte am Samstag bei der Veranstaltung des Frauenwerks der evangelischen Nordkirche die westfälische Theologin Schiffner, die damals aktiv an dem Projekt mitgearbeitet hatte. "Auch die Luther-Bibel ist vorläufig." Bibelübersetzungen hätten immer mit Vielfalt zu tun. Es gelte, permanent und immer wieder ganz genau in den Urtext zu schauen und zu erforschen, welche Bedeutung welches Wort habe.

Heute fänden auch Menschen, die mit Luthertexten völlig unvertraut seien, die "Bibel in gerechter Sprache" plötzlich interessant, sagte Schiffner weiter. Sie schaffe "neue Perspektiven", etwa auch mit Blick auf die jüdisch-christliche Tradition. Und natürlich erscheine auch die Rolle der Frauen in einem neuen Licht, wenn zum Beispiel der Ausdruck "Herr" ersetzt wurde durch Begriffe wie "die Heilige" oder "der Ewige".

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Leser-Kommentare öffnen

Paperback, 11. Juli 2016, 16:05 Uhr


Ja, diese dem Feminismus verschriebenen Theologinnen werden sicher noch Belege dafür finden, dass Jesus eigentlich eine Frau war, alles Göttliche weiblich und wir Männer nur dazu bestimmt sind, der so vergöttlichten Weiblichkeit zu huldigen.
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Ulrich Keßler, 11. Juli 2016, 18:19 Uhr


Sehr geehrter Paperback, Sie haben eben das falsche Geschlecht! Als Frau würden Sie sich gewiss mitfreuen, dass vor zehn Jahren das feminine Zeitalter angebrochen ist, in dem auch in der Kirche endlich "in gerechter Sprache" gesprochen wird! Mögen Sie durch die Wirkung der Heiligen Geistin doch auch dazu finden und erkennen, wie sehr Sie noch der "ungerechten" Herren-Sprache verhaftet sind!
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denkglaub, 11. Juli 2016, 21:35 Uhr


@Paperback, schade, dass Du so voller Vorurteile bist.

Die Bibel in gerechter Sprache hat eine vorzügliche Einleitung, in der ausdrücklich Wert drauf gelegt wird, das "gerecht" eben nicht nur "geschlechtergerecht" bedeutet (als weiblich _und_ männlich), sondern auch "gerecht im Blick auf den Urtext".

In vielen Bereichen ist die Bibel in gerechter Sprache näher am Urtext als Luther und viele andere bekannte Bibelübersetzung.

Darüber hinaus ist es einfach spannend, all die vielen weiblichen Bilder für Gott in der Bibel zu entdecken, die keinesfalls feministisch in die Bibel hineingelesen wurden, sondern die schon immer in der Bibel enthalten waren - wir haben sie bloß von Blindheit geschlagen nicht wahrnehmen können.

Ich kann Dir nur empfehlen: Schau einfach mal in die Bibel in gerechter Sprache hinein. Sie gibt vorne detailliert Rechenschaft darüber, nach welchen Grundsätzen sie übersetzt. Und Du wirst allein dadurch nicht nur die Bibel in gerechter Sprache sondern auch die anderen Übersetzungen mit größerem Gewinn lesen können.
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Ulrich Keßler, 11. Juli 2016, 22:11 Uhr


Lieber Denkglaub, Du schreibst zwar an Paperback, aber ich möchte trotzdem auf Deinen Kommentar eingehen: "gerecht im Blick auf den Urtext" ist die "Bibel in gerechter Sprache" oft eben nicht, sondern sie verändert und ergänzt den Urtext eigenmächtig aus feministischer Sicht. Sprachlich hinkt sie außerdem sichtlich hinter der Lutherübersetzung her. In anspruchsvollen Lesungen sollte man sie auch deshalb nicht verwenden.
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Paperback, 11. Juli 2016, 22:48 Uhr


Lieber Herr Keßler,

in Ihrer Antwort an Denkglaub bestätigen Sie eigentlich meinen zuvor von Ihnen verworfenen Einwand.

Das finde ich durchaus als Bestätigung dessen, was ich mit meinem Statement zum Ausdruck brachte.

Ihr Paperback
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Ulrich Keßler, 13. Juli 2016, 12:02 Uhr


Lieber Paperback, Ihren Einwand in Ihrem ersten Kommentar wollte ich durchaus nicht verwerfen, sondern auf meine Weise "karikieren", weil die große Freude der auf ihr Werk so stolzen Theologinnen sowieso nicht zu dämpfen ist. Wenn sie sich denn selbst (in einem Festakt in einem Dom!) feiern wollen - kann es ja doch nicht verhindern! Möge "Die Heilige" es mir in "ihrer" großen Gnade und Güte verzeihen, wenn ich sie immer noch in meiner "ungerechten" Sprache mit "Herr" anrede!
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Paperback, 13. Juli 2016, 17:32 Uhr


Danke. Ich sehe, Ihnen ist der Humor noch nicht abhanden gekommen. Daran mangelt es mir inzwischen manchmal, und ich hoffe, die Weisheit meines Alters kann das etwas ausgleichen:-)

Paperback
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