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Dazu gehöre ich gern

Angemerkt

30. Januar 2015

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Das Lokal für nette Leute. So lese ich es unter dem Namen der Gaststätte auf dem Weg zur Arbeit. Unwillkürlich frage ich mich: Bin ich das? Gehöre ich dazu? Bin ich nett genug für einen Besuch in diesem Lokal?

Wer bestimmt das eigentlich? Ein Türsteher für einen Schickimicki- Club hat es da verhältnismäßig einfach: Er lässt nur die Schönen und Berühmten rein. Das sieht man leicht. Die modernsten Klamotten, die attraktivste Begleitung und schon ist man drin.

Doch nett? Wie erkennt man nett? Sind das Gäste, die niemals über eine versalzene Suppe meckern würden? Die auch nach dem fünften Bier noch verträglich sind? Die ein großzügiges Trinkgeld geben? Die sich bestens mit allen anderen Gästen unterhalten?

Trotz aller Unwägbarkeiten ist es ein einladender Slogan. Nette Leute, da könnte man sich wohlfühlen. Davon lasse ich mich ansprechen. Nette Leute lerne ich gerne kennen.

Spontan habe ich eine Idee für einen eigenen Slogan: „Protestantismus – die Religion für erlöste Christen“. Da müsste niemand lange überlegen, ob er dazugehört. Keiner könnte den Einlass wegen altmodischer Klamotten verweigern. Auch die Nörgler gehören dazu. Wir alle sind erlöst durch Jesus Christus. Kein elitärer Club. Nein, ein Netzwerk, das mich mit allen Christen verbindet.

Eigentlich wäre es schön, wenn wir das auch nach außen tragen könnten. Wenn wir es uns gegenseitig ansehen könnten: Wenn wir Christen erlöster aussehen würden, wie es Friedrich Nietzsche mal gefordert hat.

Das ist wahrhaftig einladend. Dazu gehöre ich gern.

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