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Talar im Negligee-Style? Eher nicht. Dennoch: Pfarrer sollten auf ein zeitgemäßes Äußeres achten, empfiehlt Imageberater Dietrich Hildebrand. Foto: dojo666

Imagetrainer rät Pfarrern zu zeitgemäßem Erscheinungsbild

Von Farben und Formen

Aus dem Archiv (23.02.2015)

Pfarrerinnen und Pfarrer sollten nach Meinung des Frankfurter Imageberaters Dietrich Hildebrand auf ein zeitgemäßes Auftreten achten.

»Vom äußeren Erscheinungsbild eines Menschen schließen wir auf seine innere Haltung«, sagte Hildebrand im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wer das als Seelsorger mit seinen vielen Repräsentationsaufgaben beachte, vermittele seinem Gegenüber, dass er mit der Zeit gehe. ## Hildebrand wird Anfang März in Berlin auf Einladung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz einen eintägigen Image-Workshop für Pfarrer anbieten. »Es geht nicht darum, dass Pfarrer avantgardistische Mode tragen oder den letzten Schrei anhaben sollen«, betonte der Imageberater. Wer jedoch Frisuren oder Kleidung wie in den 80er Jahren trage, signalisiere nach außen: »Ich bin von gestern.« Das äußere Erscheinungsbild sei ein Kommunikationsmittel. »Es ist doch Quatsch zu sagen, die inneren Werte sind wichtig, und darum darf das Äußere völlig unansprechend sein«, sagte Hildebrand. Grundsätzlich gelte für jede Institution - auch für die Kirche - dass sie in ihrem Erscheinungsbild im Hier und Jetzt sein sollte, sagte der Imageberater. Im Pfarrberuf gebe es sehr viele kompetente Menschen. »Und da ist es doch das Allerbeste, wenn ich diesen positiven Eindruck auch nach außen spiegele und das Gesamtbild abrunde.« Das Äußere sei nicht oberflächlich, sondern diene dazu, die innere Kompetenz zu stützen. In den vergangenen Jahren nehmen laut Hildebrand immer mehr Mitarbeiter sozialer Berufe entsprechende Beratungsangebote wahr. So arbeite er außer mit Pfarrern auch mit Ärzten oder Erziehern zusammen. Da es in all diesen Branchen um die Belange des Menschen gehe, rate er zum Beispiel zu warmen Farbtönen wie braun oder orange. »Je heller eine Farbe ist, desto verbindlicher wirkt derjenige, der sie trägt - und das ist in sozialen Berufen natürlich besonders wichtig«, sagte Hildebrand. Auch Formen und Proportionen spielten eine große Rolle. Dietrich Hildebrand und seine Frau Anke Schmidt-Hildebrand bieten von Frankfurt am Main aus branchenübergreifende Gruppenworkshops oder Einzeltrainings zu Imagefragen an. Beide waren nach eigenen Angaben jahrelang als Chefdesigner für renommierte Unternehmen tätig. epd