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Die Rolle der Frau im Wandel. Das gilt im gleichen Maße auch für Frauen, die einen Pfarrer heiraten oder Männer, die eine Pfarrerin heiraten. Eine Herausforderung ist es allemal. Foto: Archiv

Knigge für die Pfarrfamilie?

Pfarrhaus

Aus dem Archiv (17.09.2013)

Angy hat folgende Frage an Harald: "Wird man auf die Rolle 'Ehefrau eines evangelischen Pfarrers' heute vorbereitet"? Harald hat sich ein wenig umgehört und festgestellt: Früher war alles anders. Und: Vorbereitung ist immer gut!

Früher war alles anders. Walter Schroeder, Pfarrer und ehemaliger Leiter der Öffentlichkeitsarbeit in Bethel hat mit seiner Frau einschlägige Erfahrungen gesammelt. Er schreibt: "In der Tat, bei uns gab es im Zusammenhang mit dem Predigerseminar in Soest noch einen Brautkurs für unsere Verlobten. Die wurden da auf ihre Rolle als Pfarrfrau vorbereitet.## Das haben die Damen damals zwar belächelt, fanden es nach Vollzug aber gar nicht so schlecht. Wir haben dann damals (unter Präses Thimme) als erster Kurs die Regel durchbrochen, dass dem Landeskirchenamt die Braut vor der Verlobung bzw. Hochzeit vorgestellt werden musste. Das hatten wir als Kirche der Alt-Preußischen-Union ja vom preußischen Offiziers- bzw. Beamtenrecht übernommen. Das fanden wir in unserem Kurs dann nicht so gut. Also, wir haben dann erst die vollzogene Hochzeit dem LKA mitgeteilt. Das war der Protest gegen ein zu behördlich, amtlich auftretendes System. Zu diesen Erinnerungen gehört aber auch, dass ich als Jugendpfarrer sogar in den Häusern der Offenen Tür (HOT) wieder die Notwendigkeit einsah, dass die jungen Mädchen und Männer sinnvoll auf eine gemeinsame Haushaltsführung vorbereitet werden sollten. Da haben wir denn solche Kurse angeboten, auf die ich heute noch angesprochen werde." Also ein gutes Maß an Vorbereitung ist gar nicht verkehrt - aber freiwillig. Wie der Stand zurzeit ist, hat uns Oberkirchenrätin Petra Wallmann, zuständig unter anderem für die Vorbereitung auf den Pfarrdienst mitgeteilt. Sie schreibt in ihrer Mail zu der Frage von Angy: "Eine Vorbereitung gibt es nicht, zumal es ja inzwischen auch eine ganze Anzahl von 'Pfarrmännern' gibt und die meisten Pfarrfrauen ihr eigenes berufliches Umfeld haben. Allerdings ist die Frage, wie die Familie vom Pfarrdienst mit betroffen wird, sehr wichtig. Sie wird in der Ausbildung thematisiert. Regelmäßig werden Kurse im Pastoralkolleg für Pfarrfamilien angeboten. Der Pfarrfrauendienst bietet Pfarrfrauen (bisher haben sich die Pfarrmänner nicht angeschlossen), eine Plattform, sich über besondere Fragen, die sich durch die Berufstätigkeit des Ehemanns ergeben, auszutauschen."