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Klaus Majoress Foto: Kirchenkreis

Superintendent distanziert sich von Buß-Kritik

Homosexualität

Aus dem Archiv (08.11.2009)

Der westfälische Präses Alfred Buß hat Vorwürfe zurückgewiesen, er plane Segnungen homosexueller Paare in der Kirche und verlasse damit den Boden der Kirchenordnung.

Von einer Segnung oder Trauung habe er zu keiner Zeit gesprochen, sagte Buß am Freitag vor Journalisten in Bielefeld. Wichtig sei ihm jedoch, dass homosexuelle Menschen nicht benachteiligt würden. ## Er appellierte an die Kritiker, dialogbereit zu bleiben und andere Auffassungen nicht von vornherein auszugrenzen. An ethischen Fragen dürfe nicht die Einheit der Kirche zerbrechen, mahnte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen. Knapp 30 Pfarrer aus den Kirchenkreisen Lüdenscheid-Plettenberg, Soest und Witten hatten Buß in einem offenen Schreiben »Abkehr von der biblischen Orientierung« vorgeworfen. Gelebte Homosexualität entspreche »nicht der Schöpfungsordnung Gottes, wie sie in der Bibel beschrieben wird«. Superintendent stellt sich hinter Buß Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, Klaus Majoress, distanzierte sich am Freitag von dem offenen Brief an Buß. Es sei zwar grundsätzlich richtig, wenn Pfarrer dem leitenden Theologen der westfälischen Kirche ihre andere Auffassung mitteilten, sagte er in Lüdenscheid dem epd. Allerdings halte er es für problematisch, wenn dies sofort öffentlich diskutiert werde. Auch inhaltlich stellte sich Majoress hinter Buß. Homosexualität sei keine zu therapierende Krankheit, sagte er. Gegen jegliche Form der Diskriminierung Majoress verwies ebenso wie Buß auf einen Beschluss der westfälischen Landessynode von 1996. »Darin wird klar zum Ausdruck gebracht, dass sich Gemeinden gegen jegliche Form von Diskriminierung Homosexueller stellen sollen«, sagte Majoress. Anlass des Briefes an den Präses waren ein Forum zum Thema Homosexualität im September und Äußerungen von Buß auf dem evangelischen Kirchentag im Mai in Bremen. Dort hatte der 62-jährige Theologe gesagt, Homosexuelle müssten vor Diffamierungen geschützt werden. Homosexualität sei weder eine Fehlentwicklung noch eine Krankheit. epd Ähnliche Beiträge: Pfarrer kritisieren liberale Haltung zu Homosexuellen Umstritten – bis hin zur Kirchentrennung Lesbische Bischöfin wirbt für mehr Gleichstellung Homosexualität als Prüfstein für die Kirche US-Lutheraner lassen offen homosexuelle Pastoren zu Künftig auch homosexuelle Bischöfe