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Heiner Meyer zu Lösebeck muss sparen.

Erfahrener „Sanierungsmanager“

Krankenhaus

Aus dem Archiv (16.10.2007)

Der neuer Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld (EvKB), Heiner Meyer zu Lösebeck, sieht großes Einsparpotenzial bei medizinischen Sachkosten: Zwei Millionen Euro könnten hier gespart werden.

Der erfahrene „Sanierungsmanager“, wie er sich selbst bezeichnet, ist angetreten, um das bundesweit größte evangelische Krankenhaus aus den roten Zahlen zu führen. Das Minus im Geschäftsjahr 2006 beziffern die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel auf 3,6 Millionen Euro. Auch für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem negativen Ergebnis gerechnet. ## Um den Klinikverbund zukunftsfähig zu machen, sei es nicht nur wichtig, kostendeckend zu wirtschaften, sondern vor allem „Spielraum für Investitionstätigkeiten“ zu schaffen, sagte Meyer zu Lösebeck. Der sei im Augenblick nicht vorhanden, auch weil die vom Landesministerium zugesagten pauschalen Einzelfördermittel noch nicht fließen, so dass man gezwungen sei, „engpassbezogen“ vorzugehen. Für gezielte Investitionen könne aber auf zweckgebundene Spendenmittel zurückgegriffen werden. „Statt zu Tode zu sparen und den Mitarbeitern die letzte Motivation zu nehmen, muss vor allem überlegt werden, wie die Leistung gesteigert werden kann und wie überschüssige Ressourcen sinnvoll zusammengepackt werden können“, erläuterte der Wirtschafts- und Krankenhausfachmann. Die beiden Neurologie-Abteilungen abzuschaffen, hält Meyer zu Lösebeck für unsinnig, denn beide liefen gut und könnten wirtschaftlich betrieben werden. Gleiches gelte für die Unfallversorgung sowie für Gynäkologie und Geburtshilfe. Hoffnungen setzt Meyer zu Lösebeck in den neuen Gesetzentwurf zur Novellierung des Landeskrankenhausgesetzes. Denn nach dem bisher geltenden Gesetz dürfe auch ein Krankenhaus wie das EvKB, das als Maximalversorger mehr pauschale Fördermittel erhält, die gleiche Leistung nicht noch ein weiteres Mal vorhalten. Andernfalls verliere es seinen Status. Der Entwurf dagegen stelle das in die Entscheidung des Trägers. Solle es dazu kommen, dass, wie im Entwurf ebenfalls vorgesehen, die Vergabe der pauschalen Fördermittel nicht mehr von der Bettenanzahl eines Krankenhauses, sondern von der Zahl der belegten Betten abhängt, müsse überlegt werden, ob das bisherige Konzept noch passe. Auch strukturell soll sich im EvKB einiges ändern. Nach der Verschlankung der Leitungsebene – seit 1. Oktober nur noch einer statt bisher vier Geschäftsführer – und der Abschaffung von „Gremien unterhalb der Geschäftsführung“ sind als weitere Schritte eine bessere Auslastung der Funktionsabteilungen und Verbesserungen der Ablauforganisation zum Nutzen der Patientinnen und Patienten vorgesehen